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Wo fange ich an?

Autorenbild: Miryam-Makeba Armbruster
Miryam-Makeba Armbruster
vor 16 Stunden
2 Min. Lesezeit

Wenn das Leben mir als Chaos erscheint, wo beginne ich es zu ordnen?

Am besten in meinem Inneren.

Denn ich kann noch so viel Ordnung und Struktur im Außen schaffen, die kurzfristig bleibt. Doch wenn es in mir keine klare Ordnung gibt, wenn in mir drin Chaos herrscht, wird es mir früher oder später im Außen wieder begegnen. Ich erschaffe es unbewusst selbst. Weil in meinem Gedanken-, Gefühle- und Handlungssystem irgendwo ein Leck ist, durch welches die Ordnung rausfließen und das Chaos sich hereinschleichen kann.


Chaos bedeutet, dass ein System nicht kohärent ist. Ein Teil meines inneren Systems ist nicht an seinem Platz, folglich bin ich nicht an meinem Platz und fühle mich nicht richtig. Oft versuchen wir uns an dieser Stelle zu optimieren. Meinen, uns noch mehr anstrengen zu müssen. Oder versuchen die Menschen um uns herum zu ändern, sodass wir für einen kleinen Augenblick das Gefühl von Kontrolle erleben. Wir konsumieren, um das unruhige Gefühl, welches sanft unter allem wabert, nicht spüren zu müssen und lenken uns ab.

Und all das sind Versuche, um der eigentlichen Ursache aus dem Weg zu gehen. Um das Gefühl von „nicht richtig zu sein“ tatsächlich nicht spüren zu müssen.


Doch hier sind wir am alles entscheidende Wendepunkt.


Denn wenn wir es schaffen, in uns und mit unserem Gefühl, was sich so falsch und nicht richtig anfühlt zu bleiben, können wir die Weichen stellen.

All unsere Versuche im Außen etwas zu verändern sind gute Strategien, um das innere Chaos nicht wirklich fühlen zu müssen. Sie haben ihre absolute Berechtigung und dienen uns, sie schützen uns. Und gleichzeitig bremsen sie uns aus, verletzen vielleicht sogar unsere Mitmenschen.


Ordnung im Außen spiegelt sich wieder, wenn wir im Inneren das unerträgliche Chaos erforschen und sortieren. Unsere Strategien herausfinden, wie wir bisher zu vermeiden versuchten ihm zu begegnen. Und Schritt für Schritt andere Handlungsweisen ausprobieren. Die so fremd und unsicher sind, dass wir oft davor zurückschrecken. Jedoch beginnt hier Veränderung, wenn wir es schaffen uns neue Handlungen anzueignen.

Nicht, in dem wir noch mehr wollen und machen. Sondern in dem wir ruhiger werden und uns mit unserem Inneren verbinden. Uns zuhören, reinspüren und fließen lassen, was feststeckt. Das kann durchaus schmerzhaft und unangenehm sein. Doch dieser Schmerz ist nichts anderes, als ein Geburtsschmerz. Es tut weh, wenn etwas Neues geboren wird. Und wir haben die Kraft und Stärke, diesen Schmerz zu überleben. Uns selbst Halt dabei zu geben.

So bringen wir uns selbst immer näher an das Gefühl endlich richtig zu sein. Wir selbst zu sein. Frei zu sein und selbstbestimmt zu leben.


Das Chaos zeigt uns auf, wo wir nicht an unserem Platz sind. Wir haben jederzeit die Möglichkeit uns auf die Suche zu machen um herauszufinden, wo unser Platz im Leben wirklich ist. Wie wir leben können, sodass es sich für uns gut anfühlt.

Der erste Schritt zu unserem Leben, welches in der Ordnung ist, ist der Schritt zu uns selbst. Um bei uns landen zu können, müssen wir innehalten. Stehen bleiben und uns selbst begegnen.

 
 
 

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